Auf einem blauen Hintergrund steht der Text: Erfahrung teilen: Antisemitismus entgegentreten

Jahresbericht zu Antisemitismus in NRW

Antisemitische Vorfälle in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Das zeigt der Jahresbericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen. 

Zum vierten Mal hat die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS NRW) einen Jahresbericht vorgelegt, in dem sie die antisemitischen Vorfälle im Bundesland festhält. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Vorfälle, die gemeldet wurden, um 17 Prozent. Insgesamt wurden 1102 antisemitische Vorfälle dokumentiert und damit 162 mehr als im Vorjahr. Nicht nur die Zahl der Vorfälle ist angestiegen, vielmehr beobachtet RIAS NRW eine „besorgniserregende Steigerung der Aggressivität im Vorfallsgeschehen“.

Die Anzahl antisemitischer Vorfälle, bei denen Personen direkt betroffen waren, stieg in 2025 um 20% auf 294. Hierunter fasst RIAS NRW herabwürdigende Kommentare, Beleidigungen bis hin zu Anfeindungen und Angriffen. Die Anzahl der Bedrohungen stieg in diesem Zeitraum um 50% auf 33 erfasste Vorfälle, bei den antisemitischen Angriffen stieg die Zahl sogar um 78%: Insgesamt wurden 32 Vorfälle gemeldet.

Antisemitische Vorfälle ereigneten sich auch im Jahr 2025 vor allem im öffentlichen Raum sowie in Bildungseinrichtungen. Die Mehrheit der gemeldeten Vorfälle, rund 53%, richteten sich dabei nicht direkt gegen Betroffene. Bei diesen unadressierten Vorfällen handelte es sich beispielsweise um antisemitische Schmierereien, Aufkleber oder Versammlungen. Auch Gedenkstätten und -initiativen sowie jüdische Institutionen waren Ziel antisemitischer Anfeindungen, 223 Fälle hat RIAS NRW für 2025 dokumentiert.

Der Jahresbericht 2025 steht zum Download auf der Webseite der RIAS NRW bereit.