Mit besonderer Jury-Empfehlung: neue Kinder- und Jugendbücher

Jedes Jahr im November wird der Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher verliehen. Bevor sie das Gewinnerbuch küren, lesen die Mitglieder der unabhängigen Jury alle eingereichten Titel. Einige davon schaffen es auf die Empfehlungsliste – wir stellen sie vor.

Kennen wir uns? Unsere geheimen Gemeinsamkeiten

Das fragt Franziska Ludwig in ihrem bunten Buch, in dem sich insgesamt 56 gezeichnete Figuren tummeln. Die Autorin und Illustratorin eröffnet die Suche nach dem, was sie miteinander gemeinsam haben könnten – und da findet sich vieles. Auf einer Seite hält sie alle fest, die keine Zucchini mögen, von Emil bis Polina. Zeichnet alle, die heimlich verliebt sind – und in wen, siehe Till und Paula … Seitenweise gibt es so viele verschiedene Menschen und dennoch viele Gemeinsamkeiten: Ob Fahrradfans oder Hutträger, Menschen, die was suchen und andere, die etwas vermissen, wer alles im Haus wohnt oder am Tisch zusammen isst. Das Buch macht neugierig auf unsere Mitmenschen und lädt ein, sie und sich selbst besser kennenzulernen.

„Kennen wir uns? Unsere geheimen Gemeinsamkeiten“ richtet sich an alle Neugierigen ab vier Jahren. 

Eine Familie flieht nach Ost-Berlin

In ihrem Buch „Das falsche Leben“ zeichnet Autorin Maja Nielsen eine wahre Geschichte aus dem geteilten Deutschland nach. Im Zentrum steht der 16-jährige Thomas. Für ihn ändert sich von heute auf morgen alles, als seine Familie bei Nacht und Nebel aus Hannover in den Osten flieht. Erst als sie dort ankommen, erfährt Thomas den wahren Grund für die Flucht: Sein Vater ist ein Spion der DDR, dessen Tarnung aufgedeckt worden ist. So beginnt die Familie 1979 unvermittelt ein Leben in Ost-Berlin. Thomas will sofort raus aus diesem falschen Leben, er setzt alles daran, wieder in seine alte Heimat zurückzukommen. Doch sein Fluchtversuch misslingt. Die Stasi inhaftiert den Jugendlichen und hält ihn über ein Jahr im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen fest.

„Das falsche Leben“ richtet sich an Leserinnen und Leser ab 14 Jahren. Die Autorin hat ein Interview mit dem Zeitzeugen Thomas Raufeisen geführt, auf dessen Geschichte ihr Buch basiert. Das Video-Interview sowie Unterrichtsmaterial für die Klassen 8-10 sind auf der Verlagsseite zu finden. 

Aktuelle Themen für ein junges Lese-Publikum

Sowohl das Kinderbuch „Kennen wir uns?“ wie der Jugendroman „Das falsche Leben“ stehen auf der Empfehlungsliste der Jury des Gustav-Heinemann-Friedenspreises für Kinder- und Jugendbücher 2026. Mit dem Preis wird jedes Jahr ein Buch prämiert, das junge Leserinnen und Leser ermutigen soll, sich für Menschenrechte, für zivile Formen der Konfliktbewältigung, für Toleranz und gegen Gewalt zu engagieren. Die Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen verleiht den Preis, der 1982 ins Leben gerufen wurde. In diesem Jahr geht der Gustav-Heinemann-Friedenspreis an die philippinische Autorin Candy Gourlay sowie die Übersetzerin Alexandra Rak