Olympische Ringe an Rhein und Ruhr? Nordrhein-Westfalen entscheidet
Soll sich die Region Rhein-Ruhr für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele bewerben? Darüber stimmen Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen jetzt ab – in einem Ratsbürgerentscheid. Worum es dabei geht und wie so ein Entscheid funktioniert, hat die Landeszentrale hier zusammengestellt.
Olympische Ringe an Rhein und Ruhr? Nordrhein-Westfalen entscheidet
Soll sich die Region Rhein-Ruhr für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele bewerben? Darüber stimmen Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen jetzt ab – in einem Ratsbürgerentscheid. Worum es dabei geht und wie so ein Entscheid funktioniert, hat die Landeszentrale hier zusammengestellt.
Von Aachen bis Wuppertal wird jetzt abgestimmt
Genau wie München, Berlin und Hamburg möchte auch Nordrhein-Westfalen als Kandidat ins Rennen gehen: Ziel ist es, die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 in Deutschland auszurichten. Ob sich Nordrhein-Westfalen überhaupt bewirbt, entscheiden jetzt die Bürgerinnen und Bürger in allen 17 Städten, die als Austragungsorte in Frage kommen: in Aachen, Bochum, Dortmund und Duisburg, in Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen und Herten, in Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, in Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und in Wuppertal.
Ja oder Nein zur Olympia-Bewerbung
Einbringen können sich in einem sogenannten Ratsbürgerentscheid alle EU-Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in einer der teilnehmenden Gemeinden wohnen. In Nordrhein-Westfalen sind das insgesamt über vier Millionen Menschen. Sie alle haben die Unterlagen zur Briefwahl bekommen und können bis zum 19. April 2026 ihr Ja oder Nein zur Bewerbung abgeben. Die Abstimmung erfolgt ausschließlich per Brief – es gibt also keine Möglichkeit, in einem Wahllokal abzustimmen.
Das heißt auch: Die Unterlagen müssen rechtzeitig zurückgeschickt werden, damit sie bis zum 19. April ankommen. Weitere wichtige Informationen zum Bürgerentscheid stehen auf den Internetseiten der eigenen Stadt: zum Beispiel, ob es auch die Möglichkeit gibt, die Wahlunterlagen vor Ort in einen Briefkasten einzuwerfen oder wie die Position der (Ober-)Bürgermeister oder des Stadtrats sind.
Wer sich beteiligen möchte, aber noch dabei ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, kann sich auf der Olympia-Bewerbungsseite der Bewerbung KölnRheinRuhr informieren. Auch der Deutsche Olympische Sportbund bietet Entscheidungshilfe: Mit dem Olympi-O-Mat stellt er die wichtigsten Argumente in einem Fragetool zusammen. Kritische Stimmen zur Bewerbung finden sich beispielsweise auf der Seite nolympia-colonia.
… und wie geht es dann weiter?
Jeder Bürgerentscheid muss eine bestimmte Mindestanzahl an Beteiligung und Zustimmung erreichen. Dieses Quorum liegt in Städten mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bei zehn Prozent der Abstimmungsberechtigten. In kleineren Kommunen liegt das Quorum bei bis zu 20 Prozent. Wie es um die gesellschaftliche Unterstützung für eine Olympiabewerbung steht, weiß man in Nordrhein-Westfalen also bald. Und wie geht es dann weiter? Wenn mehrheitlich für die Spiele gestimmt wird, geht die Bewerbung an den Deutschen Olympischen Sportbund. Die Konkurrenten aus Deutschland sind München, Berlin und Hamburg. Welche Bewerbung schließlich überhaupt ins Finale einzieht, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund im Herbst 2026. Angenommen, eine der teilnehmenden Städte stimmt mehrheitlich mit Nein, dann kann sie bei der Olympia-Bewerbung nicht weiter mitmachen. Die gesamte Region kann sich dennoch weiter bewerben – vorausgesetzt, es lässt sich eine alternative Sportstätte finden.
Was ist ein Bürgerentscheid?
Ein Bürgerentscheid ist ein Instrument der direkten Demokratie auf kommunaler Ebene. Das heißt: Bürgerinnen und Bürger entscheiden direkt über eine Sachfrage, die ihre Stadt oder Kommune betrifft. Dabei kann es um so unterschiedliche Themen gehen wie den Ausbau von Radwegen, eine neue Unterkunft für Flüchtlinge – oder eben darum, ob in der eigenen Stadt oder Kommune Olympische Spiele stattfinden sollen. Solche direktdemokratischen Verfahren wie Bürgerentscheide haben sich in Deutschland auf kommunaler Ebene seit den 1990er Jahren durchgesetzt. Auf Bundes- oder Landesebene ist Deutschland jedoch keine direkte, sondern eine repräsentative Demokratie: Bürgerinnen und Bürger wählen Abgeordnete, die sie in den Landtagen oder im Bundestag vertreten.