Studie über den digitalen Familienalltag
Kinder bei einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Angeboten zu unterstützen, ist eine große Herausforderung – gerade auch im familiären Umfeld. Wie kompetent fühlen sich Eltern, ihren Kindern im Umgang mit digitalen Medien Orientierung zu geben? Diese Frage beleuchtet eine repräsentative Studie im Auftrag der Körber-Stiftung: „Zwischen Bildschirmzeit und Medienkompetenz: Wie Eltern ihre Kinder in der digitalen Welt begleiten“.
Für die Studie wurden 1.004 Eltern von schulpflichtigen Kindern zwischen 12 und 18 Jahren befragt. Laut der Studie sehen sich Eltern mehrheitlich gut darüber informiert, was ihre Kinder im Internet machen. Mit steigendem Alter der Kinder lässt dieses Gefühl allerdings nach: Die Hälfte der Eltern von 17- bis 18-Jährigen gibt an, dass ihnen Informationen über die Internetaktivitäten ihrer Kinder fehlen.
90 Prozent der befragten Eltern sagen, dass sie verstehen, wie Medieninhalte die Gesellschaft beeinflussen können. Falschinformationen von zuverlässigen Informationen zu unterscheiden, trauen sich 76 Prozent der Befragten zu. Während sie ihre eigene Medienkompetenz also positiv beurteilen, schätzen Eltern die ihrer Kinder differenziert ein: Bei Themen der alltäglichen Mediennutzung stufen sie ihre Kinder als überwiegend kompetent ein. Knapp die Hälfte der Eltern ist jedoch überzeugt, dass ihre Kinder Falschinformationen nicht gut von zuverlässigen Informationen unterscheiden können.
49% der Eltern sind überzeugt, dass ihre Kinder Falschinformationen nicht gut von zuverlässigen Informationen unterscheiden können.
Umgang mit KI: wichtig, aber nicht selbstverständlich
Den Umgang mit Künstlicher Intelligenz hält mehr als die Hälfte der befragten Eltern für eine sehr wichtige berufliche Zukunftskompetenz für ihre Kinder (52%). Im eigenen Umgang mit KI-Anwendungen fühlt sich dabei mehr als jeder vierte Elternteil unsicher (28%). Die Studie zeigt, dass die Nutzung von KI bei den Eltern selbst stark abhängig ist von Bildungshintergrund und Alter: Jüngere und höher gebildete Eltern nutzen KI-Anwendungen häufiger. Viele Eltern wissen zudem nicht, wo sie Informationen und Unterstützung finden, um ihre Kinder bei der Nutzung digitaler Medien zu begleiten (57%). Gleichzeitig sehen sie bei Themen wie KI und Sicherheit im digitalen Raum einen hohen Informationsbedarf.
Was sehen Kinder im Netz?
Während sie die Nutzung digitaler Medien für die Freundschaften ihrer Kinder eher positiv bewerten, sieht ein Drittel der Eltern jedoch auch negative Auswirkungen der Mediennutzung auf die emotionale und psychische Lage ihrer Kinder. Knapp die Hälfte der befragten Eltern (46%) gibt an, dass ihr Kind im Internet bereits beleidigende Kommentare über Freunde oder Bekannte wahrgenommen hat. Jeweils rund ein Drittel der befragten Mütter und Väter weiß, dass ihr Kind im Internet mit extremen politischen Ansichten (35%) oder Verschwörungstheorien (32%) konfrontiert wurde. 26 Prozent der Eltern geben an, dass ihr Kind im Internet pornografische oder deutlich sexualisierte Inhalte gesehen hat. Gleichzeitig können viele Eltern nicht einschätzen, ob ihre Kinder solchen Inhalten begegnen, entsprechend häufig war die Antwort „Weiß nicht“. So geben 30 Prozent der Eltern etwa an, nicht zu wissen, ob das eigene Kind im Internet pornografische oder deutlich sexualisierte Inhalte gesehen hat.
Die Studienergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild vom digitalen Familienalltag: Eltern schätzen ihre eigenen Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien überwiegend positiv ein. Bei einzelnen Themen sehen sie jedoch Informations- und Unterstützungsbedarf, insbesondere bei KI und Risiken im digitalen Raum.
Die komplette Studie ist online auf der Internetseite der Körber-Stiftung verfügbar.